Titel: Puma-Ball in bayerischen Weltläden
Liebe KollegInnen im Fairen Handel,
eine sachliche Diskussion zum fair gehandelten Puma-Fußball, den das Eine
Welt Netzwerk Bayern e.V., das bayerische Landesnetzwerk
entwicklungspolitischer Institutionen, Weltläden und lokaler Nord-Süd-Foren,
iniitiert hat, würden wir sehr begrüßen.
Das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. hat mit Unterstützung seiner
Mitgliedsgruppen im Juli 2007 einen bundesweit wegweisenden Beschluss des
Bayerischen Landtags gegen den Erwerb von Produkten aus ausbeuterischer
Kinderarbeit herbeigeführt. Weitere Infos hierzu siehe
www.bayern-gegen-ausbeuterische-kinderarbeit.de
Das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. führt außerdem seit vielen Jahren mit
Unternehmen einen Dialog zu Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen
(u.a. Allianz, BMW, Faber-Castell, GLS-Bank, hessnatur, HypoVereinsbank,
Neumarkter Lammsbräu, Puma, Tchibo, TÜV-Rheinland) - siehe
www.eineweltnetzwerkbayern.de/publikationen. Hierbei fordern wir von
Unternehmen z.B. die Produktion fair gehandelter Produkte. Puma hat diese
Forderung aufgegriffen und einen fair gehandelten Fußball produziert. Der
"Runde Tisch Fairer Handel Bayern" hat ausdrücklich einen solchen fairen
Fußball von Puma mit der Aufschrift "Bayern spielt fair" gewünscht und das
FAIR Handelshaus Bayern dankenswerterweise den Vertrieb übernommen.
Inzwischen verkaufen zahlreiche Weltläden in Bayern diesen Fußball. Mit
diesem Ball sollen vor allem Schulen und Vereine erreicht werden.
Bekanntlich hält sich die Verbreitung fair gehandelter Fußbälle bisher trotz
jahrelanger Bemühungen sehr in Grenzen.
Der fair gehandelte Fußball von Puma Ball hat u.a. im Juni 2010 auch dazu
beigetragen, dass der Faire Handel intensiv im Rahmen der regionalen
Partnerschaft Bayerns mit Westkap/Südafrika thematisiert wurde.
Im Kontext "fairer Produktionsbedingungen" sei zudem auf den ILRF-Report vom
Juni 2010 hingewiesen, der beispielsweise drängende "Rückfragen" an einige
FLO-zertifizierte Produzenten in Pakistan stellt und dem "klassischen Fairen
Handel" einige Hausaufgaben beschert hat. Im Report wird u.a. deutlich, dass
auch die Produzenten für den "klassischen Fairen Handel" nur einen kleinen
Teil ihrer Produktion "fair" produzieren. Sollten wir da nicht vorsichtig
sein, wenn wir entsprechende Vorwürfe gegenüber Puma erheben?
Das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. würde sich freuen, wenn viele Akteure
dazu beitragen, dass Puma "nachlegt" bzw. bald weitere fair gehandelte
Produkte auf den Markt bringt. adidas darf dagegen ruhig
öffentlichkeitswirksam auf seine anhaltende Verweigerungshaltung
angesprochen werden.
Frohen Gruß
Dr. Alexander Fonari & Annegret Lueg,
Vorstand Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

Per Email: vorschlaege@fairlangen.org
Oder mit dem folgenden Formular