Am kommenden Mittwoch beginnt die Fastenzeit. Der Gedanke der siebenwöchigen Askese kommt eigentlich vom christlichen Warten auf Ostern, aber auch ohne religiöse Motivation setzen sich viele einen guten Vorsatz für diese 40 Tage.

Bei mir im Freundeskreis sind es vor allem Schokolade/Süßigkeiten und Medien (insbesondere Smartphone/Facebook), die gefastet werden.

Vielleicht hast du auch Lust, die Fastenzeit zu nutzen, um Gewohnheiten zu hinterfragen, Neues auszuprobieren oder Dinge zu ändern, die dich eigentlich schön länger stören? Wir haben ein paar Ideen zum „Nachhaltigen Fasten“ gesammelt – nachhaltig, weil es der Umwelt gut tut, und auch, weil es vielleicht über die 40 Tage hinaus anhält (21 Tage brauchen Menschen normalerweise, um Gewohnheiten dauerhaft zu ändern – die Chancen stehen also gut!). Alle Ideen können helfen, neu die Güter wertzuschätzen, die uns im Alltag zur Verfügung stehen, und Dankbarkeit zu fühlen für den Reichtum, in dem wir leben.

1. Idee zum nachhaltigen Fasten: Saisonal und regional

Manche Sachen kaufe ich tatsächlich nur saisonal (z.B. Erdbeeren), andere (z.B. Tomaten) sind eigentlich das ganze Jahr bei uns zuhause zu finden. Vielleicht wäre es eine gute Idee, eine Zeit lang ganz bewusst ausschließlich saisonales und regionales Obst und Gemüse zu kaufen – das schont das Klima und man lernt die Vielfalt des heimischen Anbaus kennen. Einen Saisonkalender findet ihr z.B. bei Utopia.

2. Idee zum nachhaltigen Fasten: Fleischlos

Die Fleischesser könnten 40 Tage lang auf Fleisch verzichten, Umwelt schonen und ausprobieren, wie es ihnen damit geht. Vegetarier können sich vielleicht motivieren, ein 40-Tage-Vegan-Experiment zu starten (und in dieser Zeit versuchen, auf keine Ersatzprodukte zurückzugreifen, die einen langen Weg hinter sich haben, sondern möglichst klimaschonend zu kaufen).

3. Idee zum nachhaltigen Fasten: Autofasten

Wie wäre es mit 7 Wochen lang Rad oder Bus, statt das Auto zu nehmen?

4. Idee zum nachhaltigen Fasten: Fairtrade

Fair gehandelten Kaffee und Schokolade zu kaufen, ist inzwischen auch in fast allen Discountern möglich. Aber eine größere Herausforderung wäre vielleicht eine Fastenzeit, in der wir ausschließlich Exportprodukte kaufen, die fairtrade sind. Bei uns könnt ihr euch darüber informieren, wo das in Erlangen möglich ist.

5. Idee zum nachhaltigen Fasten: Plastikfrei

Unser täglicher Plastikkonsum hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf unsere Gesundheit. (Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du z.B. den Film „Plastic Planet“ anschauen.) Wir wollen euch dazu ermutigen, Plastik im Alltag zu reduzieren – vielleicht ist die Fastenzeit eine gute Gelegenheit, hier neue Gewohnheiten zu etablieren und neue Produkte auszuprobieren! In unserer Rubrik „Plastikreduziert einkaufen“ haben wir viele Ideen gesammelt, wie sich in Erlangen, aber auch anderswo Plastik einsparen oder ganz vermeiden lässt. Probiert es einfach aus! Viele Dinge sind einfach nur Routine – wenn man sich einmal angewöhnt hat, ein bestimmtes Produkt plastikfrei einzukaufen, greift man automatisch danach. Gerne könnt ihr uns auch eure Erfahrungen mit plastikfreiem Einkaufen erzählen oder schreiben, welche Einkaufstipps ihr für Erlangen habt, die in unserer Liste noch fehlen.

Über eine nachhaltige Fastenzeit freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit, teilweise unser Geldbeutel und vielleicht hat sie ja sogar den Effekt, den Fasten ursprünglich haben sollte: Dass wir uns besinnen können auf das Wesentliche und Seele, Geist und Körper etwas Gutes tun.

Dabei bestimmt jeder selbst, wie viel er ändern kann oder möchte, bitte ganz ohne Druck. Jede eingesparte Verpackung, jeder nicht gefahrene Autokilometer, jedes fair gehandelte Produkt ist ein Gewinn 🙂

Fastest du?

[Jasmin]